In einem christlichen Elternhaus aufzuwachsen war für mich ein grosses Privileg. Dafür bin ich noch heute dankbar. Somit war es für mich normal als jugendlicher in die Jungschar zu gehen oder am Sonntag einen Gottesdienst zu besuchen.

In meiner Zeit als Teenager bemerkte ich, dass mein Glaubensleben von Leistungsgedanken und Rückschlägen geprägt war. Ich hätte alles dafür getan, dass die Bibel und die damit verbundene Kraft in meinem Leben sichtbar wird. Doch aus Rückschlägen wie unerhörte Gebete oder nicht gesehenen Heilungen, entstand in mir ein Gottesbild das von Verletzungen geprägt war.

Das Bibellesen war für mich oft ein Druck und Gedanken wie: «Ein guter Christ macht das» plagten mich. Dennoch erhoffte ich mir, dadurch verändert zu werden. Da ich mir Wissen aneignete, löste es in mir noch mehr Leistungsdruck aus. Ich hatte erfahren, wie das Leben als Christ aussehen sollte, kam aber aus meiner Kraft nie an diesen Punkt. Natürlich kam auch Scham hinzu, was die ganze Angelegenheit noch etwas komplizierter machte. Mir einzugestehen, dass mein Herz an einem anderen Punkt war als ich mir wünschte, setze mich immer mehr unter Druck. 

Im Alter von 20 Jahren kam dann die unverhoffte und niederschmetternde Diagnose von Krebs – was für ein Schock! Ich konnte es kaum fassen.

Meine ersten Gedanken waren: Warum genau ich? Wieso habe ich das verdient? Welche Sünden in meinem Leben werden jetzt bestraft? Ich fühlte mich von Gott verstossen und abgelehnt.

In dieser Krise und Zeit der Anklage, kam aber auch ein tiefer Wunsch auf, all diesen Fragen nachzugehen und eine Antwort zu finden. Irgendwie spürte ich, dass es da noch mehr geben muss.

In dieser intensiven Zeit erlebte ich auf eine für mich wundersame Weise Gottes Versorgung in Form von tiefem Frieden. Dieser unerklärliche Frieden löste in mir eine Dankbarkeit aus, stellte mich aber wieder vor einige Fragen. 

Wieso soll mich Gott bestrafen und gleichzeitig mit diesem riesigen Frieden beschenken? Wie ist Gott wirklich? Was denkt er über mich?

Diese Fragen begleiteten mich während einer intensiven Spitalzeit. Aber auch der übernatürliche Frieden blieb in meinem Herzen. Zudem nahm der tiefe Herzenswunsch zu, Gottes Wahrheiten und sein Charakter besser verstehen zu wollen. So habe ich mich entschieden, diesen Fragen nachzugehen.

Dann kam ich an einem Sonntagmorgen «zufällig» ins Gespräch mit einer SLA Studentin. Ich weiss noch ganz genau, dass ich in diesem Gespräch einem brennenden und von Liebe erfülltem Herz begegnete. Das hat mich sofort angesprochen, denn genau danach sehnte ich mich! Diese Begegnung war für mich die Antwort von Gott, darum entschied ich mich, die SLA selber zu besuchen.

Ohne zu wissen was auf mich zukommt, hatte ich eine grosse Vorfreude auf die 9 Monate in der SLA. Was in dieser Schulzeit alles aufbrach, überwältigt mich noch heute. 

Ich fing an, meine wahre Identität in Christus zu entdecken und wurde gelehrt, was es heisst, eine Beziehung mit ihm zu haben. Die einfachen und praxisnahen Anwendungen veränderten mein ganzes Leben. Ich spürte förmlich, wie Gott an meinem Herzen arbeitete und immer mehr Freiheit ins Leben kam. Was für ein Segen es ist, wenn Gott diese Wahrheiten im Herz verankert, entdeckte ich im Laufe der Zeit immer mehr. Nie im Leben hätte ich erwartet, dass die biblischen Wahrheiten so frei machen! Mein innerlicher Kampf, den ich Jahrelang ausgetragen hatte, entspannte sich immer mehr.

Kämpfst du auch damit, dass Anklage, Scham und Leistungsdruck immer wieder in deinem Leben sichtbar werden?

Dann möchte ich dich ermutigen den biblischen Wahrheiten nachzujagen, bis sie zu deiner Wahrheit werden! Denn sie liegen für jeden von uns bereit.

Das heisst nicht das ich heute ein Leben führe, indem alles überwunden ist und keine Lügen mehr im Leben vorhanden sind. Aber ich lehrte das beste und mächtigste Werkzeug kennen: die persönliche Beziehung mit Gott.

Dadurch stehe ich heute an einem ganz anderen Punkt in meinem Leben. Was in meiner Zeit als Teenager als unmöglich wirkte, ist heute zu einem grossen Teil Realität. 

Unser himmlischer Vater liebt jeden von uns und wartet darauf, uns mit seinem Segen zu überhäufen. Seine Liebe für mich ist noch viel grösser, als ich es mir bis anhin vorstellen konnte.